Thursday, March 9, 2017

Rundbrief - März 2017


»Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen. […] Laß leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!«
(Psalm 31:15-16 - Luther Bibel ‘84) 
Hallo Ihr Lieben, 

wie oft haben wir das Lied “Meine Zeit steht in Gottes Händen” in meiner Jugend gesungen? Wie wahr ist es. Und oft trägt dieses Lied durch ungewisse Tage. Zum Beispiel bei der Frage: Wer wird der neue Präsident von Ecuador? Meine Zeit steht aber auch in Gottes Händen, wenn es um die Arbeit geht. Beim Übersetzen. Bei der Arbeit in Mira. In der Schule. Und in der Zukunft. Gott ist der, der alles unter Kontrolle hat. Und Er wird es recht machen. 

Wahltag Gottesdienst
Nehmen wir zum Beispiel den Wahltag, 19. Februar 2017. Nach zwei Wahlperioden ist es an der Reihe, dass unser jetziger Präsident Rafael Correa das Zepter an einen neuen Präsidenten abgibt. Wer wird es? Wer ist der geeignete Präsident? Ich ermutige die Gemeindemitglieder, die Entscheidung in Gottes Händen zu lassen. Gott setzt Könige ein, und Er setzt sie wieder ab. 
Der Wahltag kommt. Wir müssen unseren Gottesdienst in einem Privathaus feiern, da unsere Gemeinderäume zu nahe an der Schule sind, in der die Wahlurnen aufgestellt sind. Der Gottesdienst ist sehr gut besucht und es freut uns ungemein, dass so viele Interesse an Gottes Wort zeigen. Wir reden über die Bedeutung der Regierung, die Regeln der Regierung und die Notwendigkeit, die Regierung und ihre ausführenden Einheiten (Polizei & Militär) zu respektieren. Alles Themen aus der Bibel, speziell Römer 13. Dana macht Kindergottesdienst mit den Kleinen im Garten. Auch sie hat einige Zuhörer und die Kinder geniessen die Bastelarbeiten. Rund um ein schöner Gottesdienst! 
Aber was ist mit den Wahlen? Am Sonntag Abend ist noch nichts sicher. Es heisst, dass es noch bis Montag morgen gehen kann. Selbst am Montag nachmittag ist es nicht klar, wer der neue Präsident ist. Er braucht 40% um die Wahl zu gewinnen, doch der Spitzenkandidat hat “nur” 39.3%. Es zieht sich bis zum Donnerstag, bis die Nachricht kommt: Es wird einen zweiten Wahlgang geben, und zwar nur zwischen den zwei Spitzenkandidaten. Bis dahin ist Rafael Correa noch der Präsident. Keiner weiss, wie es ausgeht, doch wir wissen, dass es der Kandidat sein wird, den Gott will. In seinen Händen dürfen wir die Dinge lassen, die wir nicht kontrollieren können.

Geschenke in Gottes “erweiterten” Händen
Mitte Februar hatte ich die Möglichkeit bei einer US-Gruppe als Übersetzer zu arbeiten. Die Gruppe bestand aus 70 Personen, welche nach Ecuador gekommen waren, um bei der Verteilung von Schuhkartons zu helfen. Ja, Schuhkartons :-) Manche von Euch kennen eventuell die Aktion “Weihnachten im Schuhkarton” von der Organization Samaritan’s Purse. Samaritan’s Purse ist eine Tochter-Organisation von der Billy Graham Association, welche unter anderem auch kleine Kartons mit Spielsachen, Süßigkeiten und Bastelsachen an bedürftige Kinder verteilt. Diese Kartons werden allerdings nicht einfach nur verteilt, sondern immer auch mit dem Evangelium begleitet. Ein Kinderprogramm, bei dem die Geschichte von Jesus Christus erzählt wird, begleitet die Verteilung der Geschenke. Die Idee dabei ist, den Kindern eine kleine, materielle Freude zu machen und gleichzeitig vom grössten Geschenk überhaupt zu berichten: der Liebe Gottes zu uns in Jesus Christus. Gott will die Kinder - und Erwachsene - mit seiner Liebe erreichen und ihnen “eine Hand geben”. Hierzu verwendet er uns. Gottes Liebe und Fürsorge kann und soll durch uns Christen an andere weitergegeben werden.
Wir wollen Euch herausfordern, in den nächsten Tagen mal zu schauen, wo Ihr “Gottes verlängerter Arm” sein und anderen etwas Gutes tun könnt. Wenn Ihr nicht wisst wie, gibt es in Matthäus 25:34-40 ein paar Tips. 

Gemeindearbeit in Mira
Jetzt sind es schon wieder 4 Jahre, dass wir wieder in Ecuador waren. Wer die Missionsarbeit mittlerweile kennt, weiss, dass dies bedeutet, dass wieder ein Heimataufenthalt dran ist. Da wir wussten, dass dies dran ist, hatten wir schon von Anfang an im Blick, dass ab 2017 jemand die Arbeit übernehmen sollte. Idealfall wäre, wenn es ein Ecuadorianer sein könnte. Der Ecuadorianer sollte in Mira leben und die Gemeinde weiter aufbauen. Aus verschiedene Gründen hier auf dem Missionsfeld haben sich die Pläne ein bisschen verzögert, und erst jetzt kristallisiert sich eine bestimmte Person heraus. Bis die endgültige Entscheidung gefallen ist, und die Person mit Familie nach Mira ziehen kann, haben wir dafür sorgen können, dass ein guter Freund mit seiner Frau die Arbeit weiterführt. Ihr kennt die beiden sogar von früheren Rundbriefen. Hector Ayala und seine Frau Irene haben sich bereit erklärt, die Arbeit in Mira zu leiten, bis die andere Person eingesetzt werden kann. Wir sind froh, dass dadurch die Arbeit eine Kontinuität behält. Immerhin hat die Gemeinde mittlerweile einen Gottesdienst mit Sonntagsschule, einen Kids-Club und zwei Hauskreise. 
Hier bitten wir Euch besonders, für eine gute Zeit des Übergangs zu beten.  


Die Spatzen pfeifen es vom Dach
Diejenigen von Euch, die die Zeitschrift “Mission Weltweit” der Liebenzeller Mission beziehen, haben schon einen Hauch von dem erfahren, was jetzt offiziell in unserem Rundbrief kommt. Wir gehen! Nicht nur in den Heimataufenthalt, sondern in eine komplett neue Richtung. 
Aus verschiedenen Gründen ist es Zeit für uns, die Zelte in Ecuador fürs Erste abzubrechen. Nach fast 10 Jahren in Ecuador werden wir uns neu ausrichten, und - so Gott will - uns in den USA niederlassen. Es ist kein einfacher Schritt. Ecuador ist zu einer Heimat geworden, und wir werden dieses Land und die Leute immer in unseren Herzen tragen. In den letzten 10 Jahren haben wir in verschiedenen Gemeinden gearbeitet, verschiedene Aufgaben übernommen und das Privileg gehabt, verschiedene Mitarbeiter zu schulen und zu begleiten. Gott hat uns das Privileg geschenkt, dass Sabrina und Alexa in diesem wunderschönen Land geboren wurden. Wir haben die spanische Sprache gelernt, sind in die Kultur eingetaucht und haben viele Freunde gemacht. Lob und Dank sei Gott für diese Erfahrungen. Aber das Leben eines Missionars bringt es auch mit sich, dass man immer mal wieder neue Wege begehen muss. Wir sind Gott von Herzen dankbar, dass alle Kids mittlerweile ein “Ja” zum Umzug haben. Danke für Eure Gebete hier!
Der momentane Plan sieht so aus, dass wir (ich, Dana und die Mädels) Ende März nach USA gehen. Die Jungs machen die Schule in Ecuador fertig und werden Ende Juni nachkommen. So Gott will, komme ich Anfang Juni alleine zum Reisedienst nach Deutschland. Das bedeutet, dass ich auch beim Pfingstmissionsfest dabei sein werde. Dana und die Mädels bleiben vorerst in den USA und machen dort die Fernschule fertig. Dana holt die Jungs Ende Juni ab und wird mit dann mit allen 5 Kindern nach Deutschland nachkommen. Falls jemand von Euch uns ein Fahrzeug für diese Zeit zur Verfügung stellen könnte, wären wir sehr dankbar. Bitte meldet Euch hierzu direkt bei der unten angegebenen E-Mail Adresse. 
Als ganze Familie werden wir dann auch in Deutschland verschiedene Besuche machen können.

Ende diesen Jahres werden wir dann auch aus dem Dienst der Liebenzeller Mission ausscheiden und in den USA eine andere Arbeit annehmen. Wir sind der Liebenzeller Mission dankbar, dass sie uns zugesagt haben, dass wir noch bis Dezember innerhalb der LM angestellt bleiben können.

Hier sehen wir wiedermal, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht. Er leitet und Er führt auch auf neuen Wegen. Hier in der Gemeinde singen wir das Lied “Sendas Dios hará, donde piensas que no hay” (Gott bahnt Wege, wo wir denken, dass es keine gibt). Auf diese Wahrheit wollen wir vertrauen und legen auch die zukünftige Zeit in Gottes Hände. Aber, noch verabschieden wir uns nicht von Euch. Noch sind wir Missionare der LM und würden uns freuen, wenn Ihr uns weiterhin finanziell und auch im Gebet unterstützt. Ganz herzlichen Dank für alle Gebete und finanzielle Unterstützung bis hier her. 


Ganz liebe Grüsse von Euren Ecuador Missionaren,

Daniel & Dana, Benjamin, Caleb, Jessica, Sabrina, Alexa